Komplexe Zusammenhänge prägnant und verständlich zu erzählen, das gehört zu meinen Stärken. Meine langjährige Erfahrung im Schreiben von Treatments und Exposés kommt mir dabei zugute. Eine gründliche Recherche und ein enger Austausch mit Protagonisten und Experten sind die Grundlage meiner Arbeit.
Leseproben / Auszüge
Film
Kafkas letzter Prozess
Am 15. März 1939 warten Max und Elsa Brod am Prager Wilson-Bahnhof auf ihren Zug. Vor Max Brod steht ein Koffer, den er während der bevorstehenden, gefährlichen Reise nicht aus den Augen lassen wird. Eine Szene, die an Kafkas „Amerika“ erinnert, in der der junge Karl Rossmann auf der Reise in die Neue Welt „Den Koffer während der Fahrt so aufmerksam bewacht, dass ihn die Wache fast den Schlaf gekostet hatte“. Um 23 Uhr verlässt das Ehepaar Brod seine Heimatstadt Prag, für immer. Der Zug rattert durch die soeben von der Wehrmacht besetzte tschechische Provinz. Es ist der letzte Zug, der die tschechisch- polnische Grenze überqueren kann, ehe die Deutschen sie schließen. Max Brod gelingt es, seinen wertvollen Koffer sicher ins Exil zu bringen – nach Jerusalem. Er birgt Manuskripte und Briefe eines Mannes, der als der Schriftsteller der Moderne gilt, Franz Kafka. An diesem Koffer wird sich ein brisanter Streit entzünden. In einem jahrlangen Prozess wird erbittert darüber gestritten, wo der Nachlass von Kafka zu Hause ist. Ist der richtige Ort in Israel, in Deutschland, oder bei einer Privatperson? Wem gehört Kafka? (…)
2019
Film
Gesundheit im Kopf
In Mainz gibt es ein riesiges Resilienz -Zentrum. Dort sehen es Wissenschaftler und Forscher als ihre erste Aufgabe an, Menschen in der Corona – Krise zu helfen, ihnen Mittel an die Hand zu geben, wie sie die Krise gut überstehen können. Am Mainzer Zentrum, es ist das größte in Europa, gibt es Gehirnforscher, Biologen, Psychologen und alle ziehen an einem Strang. Ständig gleichen sie ihre Ergebnisse ab. Sie alle wollen wissen: gibt es einen Typ Mensch, der besonders gut mit Krisen zurechtkommt? Was macht ihn aus? Ist Resilienz angeboren oder kann man das im Laufe seines Lebens lernen? Möglich, dass sich das im Gehirn sehen lässt – oder im Erbgut, der D N A. (…)
60 Jahre Pille
Wann kommt die Pille für den Mann?
Hier die züchtige Hausfrau, die in zart geblümter Schürze ihren Mann bedient, dort Bilder von wild protestierenden und debattierenden jungen Frauen auf Straßen und an Universitäten. Als die Antibabypille auf den Markt kommt, verändern sich die Geschlechterrollen radikal. Erstmals in der Geschichte haben die Frauen die Möglichkeit, Sex und Fortpflanzung voneinander zu trennen. Am 18. August 1960 kommt mit Enovid die erste Pille für die Frau auf den Markt – die Antibabypille wird zum Auslöser einer sexuellen Revolution. Für ihre Freiheit nehmen Frauen bis heute starke Nebenwirkungen, im schlimmsten Fall sogar den Tod in Kauf. Gleich zu Anfang in den 50er Jahren wird auch an der Pille für den Mann geforscht und seither wird ihre Zulassung Jahr für Jahr angekündigt. Doch 60 Jahre später ist sie immer noch nicht da. Ist die Forschung noch nicht so weit, sind die Gründe medizinischer Natur? Oder tobt hier in Wahrheit ein Geschlechterkampf, gar ein Abwehrkampf der Gesellschaft für den die Pharmazie nur der Platzhalter ist? Möglicherweise wäre die Pille für den Mann der Auslöser einer zweiten sexuellen Revolution. Und dieses Mal würde sich die Welt für die Männer verändern. (…)
Institut für Reproduktionsmedizin der Universität Münster. Hier kennt man sich aus mit der Forschung an der Fruchtbarkeit des Mannes. Facharzt Michael Zitzmann leitet die Forschungen: „Seit über 40 Jahren ist das Prinzip bekannt“, sagt er „Wir wissen, dass es funktioniert. Studien belegen das. Aber auf den Markt eingeführt wird sie immer noch nicht, die Pille für den Mann. So richtig verstehen kann ich das auch nicht.“ Damit die hormonelle Verhütung auch für den Mann funktioniert, bekommt er eine Mischung aus Testosteron und Gestagen . Mit dieser Methode sinkt die Spermienproduktion von 40 Millionen auf Null. „Eine sichere Sache, das haben inzwischen Studien an über 2000 Männern weltweit gezeigt“, sagt der Reproduktionsmediziner Zitzmann. „Es gibt weltweit keinen Fall von einer Schwangerschaft bei Männern, die keine Spermien haben.“
Zwischen Autorität und Affenliebe
Eine Frage der Erziehung
Schwarze Pädagogik – eine berüchtigte Erziehungsmethode geprägt von eiserner Disziplin und Totalüberwachung des Kindes. Die 68er waren die Antwort – sie tauschten Härte gegen Zuneigung, verklärten die Kindheit als Zustand absoluter Unschuld. Zwischen diesen Extremen bewegt sich seitdem unsere Vorstellung vom Umgang mit Kindern. Wir fragen: Vom Struwwelpeter bis heute – wie gelingt Erziehung? Und: sind die Methoden von damals wieder salonfähig?
(…)
Es war ein Bestseller. 1934 erscheint der Erziehungsratgeber „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“ von Johanna Haarer. Bis in die 80er Jahre verkauft sich das Buch mit leicht geändertem Titel millionenfach, auch in Italien und Spanien. Ein durchschlagender Erfolg – Leitlinie für unzählige Mütter, ihren Kindern mit unnachgiebiger Härte zu begegnen und ihnen Nähe und Wärme zu verweigern. Schwarze Pädagogik pur. Doch Johanna Haarer muss ihre Praktiken und Theorien und Vorschläge nicht neu erfinden, sondern sie kann sich auf Erziehungsratgeber stützen, die schon lange im bürgerlichen Milieu in Deutschland kursieren und in denen Bestrafung, Kontrolle, Isolierung und Unterwerfung der Kinder detailliert und ausführlich beschrieben wurden. Haarer fasst das nur noch mal neu zusammen. Ihr Bestseller wirkt lange nach 1945 fort. Die Antwort kommt mit der antiautoritären Erziehung der 68er, die das Bild von Erziehung und Kindheit revolutioniert. Alice Miller schreibt in diesem Klima der Veränderung ihr Buch von der Erziehung des Kindes. Seither bewegt sich die Gesellschaft zwischen diesen Antipoden: Autorität und Strenge oder Zuwendung und „Gleichwürdigkeit“, wie es der dänische Erziehungswissenschaftler Jasper Juul propagiert. Wie geht richtige Erziehung? Es gibt kaum ein Thema, das so hitzige und erbitterte Diskussionen auslöst.
Alte Gewissheiten im neuen Gewand
Esoterik im Nationalsozialismus und heute
In Zeiten großer Unsicherheit verschaffen sich Menschen neue vermeintliche Gewissheiten und suchen ihr Heil in Spiritualität und esoterischen Welterklärungen, die sich rational nicht erklären lassen müssen. Heute demonstrieren Menschen mit esoterischen Neigungen in deutschen Städten Seite an Seite mit Rechtsextremisten – ohne sich abzugrenzen. Esoterik und rechtes Gedankengut haben sich früh gegenseitig beeinflusst. Warum ist das so – bis heute? Dieser Frage geht der Film nach. Die Nähe zwischen Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus und Weltverschwörung, die wir heute wieder beobachten, gibt es seit der Abkehr von der Moderne Ende des 19.Jahrhunderts. Darwin räumt auf mit den biblischen Mythen die die Ursprünge der Menschheitsgeschichte erklärten. Es entsteht ein religiöses Vakuum und eine verunsicherte Gesellschaft sehnt sich nach einem einheitlichen und anschaulichen Weltbild. In dieser Zeit entstehen neue Heilsbotschaften. Prophezeiungen und Führung sind en vogue. Vernunft, Intellekt und Demokratie werden zu Feindbildern. Besonders in den 20er Jahren gehören Esoterik, Gespräche mit Toten und Tischerücken zum gesellschaftlichen Leben dazu – Thomas Mann beschreibt im Zauberberg völlig unkritisch eine solche Szene. Inwiefern hat sich die NS-Führung diese esoterischen und irrationalen Strömungen des beginnenden 20. Jahrhunderts zunutze gemacht um die eigene Ideologie zu stärken?
Theater
Dick und Dünn – zwei Frauen und ein Kühlschrank
B sitzt vor dem geöffneten Kühlschrank, man sieht darin ausschließlich Ananas liegen. Auf dem Kühlschrank eine Eieruhr. Ihre Freundin A im dicken Mantel mit Tasche und Koffer stürmt in den Raum:
A: Wo ist der Kühlschrank???
B: Schon wieder zurück aus Russland?
B: Schon wieder zurück aus Russland?
A will sich vor den Kühlschrank setzen, doch B lässt sie nicht
A: Bitte! Ich muss abnehmen, sofort abnehmen!
B: Erzähl erst mal.
Das Theaterstück wurde an mehreren deutschen Bühnen gespielt.
Theater
Kein Platz für Tiger – oder Hasen unter sich!
Tage der Trennung
Der Neue ist reich. Ich bin arm. Er liebt mich. Ich weiß nicht. „Wir zwei“ – sagt er. Von Anfang an. Wir zwei: hoffend und zweifelnd. Und dann sagt er so Sachen wie – „Wir sind vielleicht zwei verrückte Vögel!“ – Ich meine, warum lass‘ ich mich mit jemandem ein, der so was sagt? Der Pullover in weißen und grünen Blockstreifen trägt, eine goldene Uhr und der groß ist mit zu kleinen Füßen! Wo bin ich? Und WER? Verändere ich mich schleichend und kann jetzt `damit umgehen` wenn jemand so Sachen sagt wie – Du bist herrlich lustig!?!
Wäre früher nicht drin gewesen, nicht in Frage gekommen. Der späte Übergang von Jugend zum Alter? Entweder verändere ich mich oder ich werde schlicht älter und damit eher duldsam. Duldsam, das würde er ganz sicher als unzutreffend rausstreichen (wenn er dürfte). „So streng wie Du war noch keine mit mir, das hätte ich keiner erlaubt“, sagt er. Warum erlaubt er mir das? Ist das sein Fehler, dass ich außerordentlich bin für ihn und er zwar auch für mich, aber ganz anders, eine Herausforderung an mein Ich, mein bisheriges Leben, mein Weltbild, meine Welt, seine Welt.
„Warum schreibst du das nicht mal auf mit uns?“, hat er jedenfalls gefragt (er kann sehr ok sein und manchmal hat er sogar gute Ideen, trotz seines Berufes) „Soll das ein Auftrag sein?“, hab ich gefragt. Und als er nickte: „Was zahlst du?“ Die Frage hat er bisher nicht beantwortet. Aber ich fang jetzt trotzdem schon mal an. Weil ich sonst
a) alles vergesse und
b) weil es mir schließlich um die Sache geht.